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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz Ackerbau

Datum: 08.04.2020

 

Thema 1: Winterraps

Rapsglanzkäfer sind zwar vorhanden, der Raps kommt aber oder ist schon in der Blüte. Da die Wirkungsgrade der Insektizide bescheiden sind und der Käfer in der Blüte weniger Schaden macht, lohnt sich eine Bekämpfung nicht mehr. Zum Teil sieht man auf schwächeren Standorten sehr schlechten Raps. Aufgrund der Verzweigungen kann der Raps sehr viel kompensieren. Er braucht aber dann einen feuchten kühlen Mai. Ursache ist sicher auch zum Teil die fehlende Umsetzung der Dünger. Sollten unter 10 Pflanzen/m² stehen wird ein ausreichender Ertrag zweifelhaft sein. Ob relativ teure Blattdünger den schlechten Raps retten?

Thema 2: Getreide

Die Witterung ist für derzeit noch anstehende Herbizidmaßnahmen nicht förderlich. Geringe Luftfeuchtigkeit, große Wachsschicht. Die nächste Woche ändert an der Lage wenig. (Wieder Ostwind angesagt)

Fazit: Applikationen auf die Morgenstunden verlegen und 30 l AHL Zusatz pro Hektar verbessert die Wirkung vom Atlantis Flex, Biathlon, Niantic sehr stark.

Früh gesäter Weizen ist schon im Stadium 31, zumindest in den wärmeren Lagen des Hohenlohekreises. Optimaler Zeitpunkt zum Einkürzen mit 0,5 l CCC + 0,3 l Moddus oder adäquaten Mitteln.

Auf Weißlehmböden leidet spät gesäter Weizen extrem unter einer festen Bodenstruktur. Ein Striegeln vor 8 Tagen hat gut ausgesehen. Sollte es wirklich über Ostern etwas regnen, könnte ein Striegeln wieder funktionieren.

Mehrzeilige Gersten mit guter Versorgung sind zum Teil auch schon in Stadium 31. Diese sollten auf guten Standorten mit 0,6 l Moddus oder adäquater Partner eingekürzt werden.

Die Zweizeiligen sind in der Entwicklung eher noch etwas zurück.

In der Gerste sind vereinzelt die Auswirkungen von Verzwergungsviren sichtbar. Vor allem entlang der Fahrgassen und an Stellen mit dünner Gerste. Es deutet alles auf die Übertragung durch Zikaden hinaus, die sehr zahlreich im Herbst vorhanden waren, und nicht zu bekämpfen sind. Eine gute Güllegabe lindert die Symptome.

In extrem dichter Wintergerste, oft die doppelt gesäten Stellen am Anwender, sieht man nesterweise Symptome, die aussehen wie Blattfleckenbefall. Es sind aber typische Stresssymptome.

Der Pilzbefall im Getreide ist derzeit sehr verhalten. Die Ostwindlage ist für die Pilze nicht förderlich

Thema 3: Zuckerrüben

Vereinzelt sieht man ein paar Mäuse die aktiv sind. Die Nager haben den Winter in den Böschungen gut überstanden und vor allem von Rand her können diese Nager Schäden verursachen.

Leider ist in diesem Jahr ein ungleicher Auflauf zu erwarten. Manche Pillen liegen trocken.

In diesem Jahr sieht es zumindest heute so aus, daß man auf blattaktive Wirkstoff setzen muß. Zum Glück steht uns in diesem Jahr noch der blattaktive Wirkstoff Desmediphan zur Verfügung, der auf jeden Fall für die erste NaK eingeplant werden sollte. (Betanal maxxPro, Belvedere Extra, Betasana Trio SC) Das Goltix Titan oder Kezuro mit dem Wirkstoff Quinmerac ist den reinen Metamitron Mitteln vorzuziehen. Der Wirkstoff Quinmerac benötigt zwar Bodenwirkung, aber in der Regel wird es auch etwas feuchter und die unterstützende Wirkung auf die Unkräuter, insbesondere Klette ist nicht zu unterschätzen. Auf den Weißlehmböden reicht auch wenig Niederschlag um eine Bodenwirkung zu entfalten. Gerade in den Jahren mit früher Saat und Applikationen im April hat der Wirkstoff immer die Wirkung verbessert.

Thema 3: Mais

Die Bodentemperatur in der Wetterstation Öhringen war, gemessen in 5 cm Tiefe, gestern Morgen bei 8°C und gestern Nachmittag bei über 11 °C. In den günstigen Lagen ist das Mais säen möglich. Ob es sinnvoll ist, werden die nächsten Woche zeigen, wobei der heutige Mais nach dem Auflaufen gut mit tiefen Temperaturen zurechtkommt.



Ihr Pflanzenbauteam vom Landwirtschaftsamt







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