Bei der Vermarktung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt

Verkaufstraining für Direktvermarkter/innen im Januar 2020 in Kupferzell und Bruchsal

„Vermarktung kann jeder!“ Diese Botschaft brachte die Referentin Claudia Albrecht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an einem zweitägigen Seminar mit dem Titel „Die Trilogie des Erfolgs landwirtschaftlicher Direktvermarkter/innen: Gewusst wie! – Brennende Leidenschaft – Professionalität“ in der Aula der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell und im Landwirtschaftsamt Bruchsal näher.
 
Organisiert wurden diese überregionalen Veranstaltungen von den Landwirtschaftsämtern der Landkreise Schwäbisch Hall, Main-Tauber, Rems-Murr und Hohenlohekreis für Kupferzell und vom Landwirtschaftsamt des Landkreises Karlsruhe für Bruchsal. Zielgruppen waren insbesondere Betriebsleiter/-innen und Mitarbeiter/-innen von landwirtschaftlichen Direktvermarktungsbetrieben mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Egal ob Hofladen, Marktstand, Molkerei, Hofcafé oder Besenwirtschaft: alle Anwesenden konnten von der langjährigen Erfahrung der selbständigen Marketingexpertin Albrecht profitieren. Es wurde sowohl auf konkrete Fragen zur eigenen Vermarktung eingegangen, als auch die Werbeauftritte (Homepage, soziale Medien, Flyer) der einzelnen Betriebe begutachtet.
Besonders spürbar war die Anerkennung der Referentin für die harte Arbeit, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tagtäglich auf ihren Höfen leisten. Ihr sei bewusst, so Claudia Albrecht, dass am Ende des Tages nicht viel Zeit für aufwendige Werbemaßnahmen zur Verfügung stehe. Daher sei es ihr ein großes Anliegen, mit minimalem Kosteneinsatz die größtmögliche Wirkung zu erreichen.
 
Albrecht vermittelte drei wichtige Punkte, die jede/r Direktvermarkter/in beherzigen sollte. Zum einen solle die eigene Persönlichkeit in den Vordergrund gestellt werden, denn diese vermarktet das Produkt. Der Produzent/die Produzentin lebt die sprühende Leidenschaft für seine/ihre Produkte – diese emotionale Bindung sei oft hilfreicher, als nur auf den Preis und die Qualität des Produktes zu setzen, denn den anonymen Apfel gebe es in nahezu identischer Qualität im nächsten Supermarkt. Essenziell dabei sei jedoch, dass Vermarktung und Verkauf Spaß machen. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte eine andere Person diese Tätigkeit übernehmen. Eine weitere Hauptzutat ist die jährliche Planung. Jede/r Direktvermarkter/in müsse die Stärken und Schwächen des eigenen Betriebes kennen, um konkrete Marketingmaßnahmen zu treffen und umsetzen zu können. Am Ende des Jahres sollten diese evaluiert werden. Und, nicht zu vergessen: Werbung kann nicht alle ansprechen. Wichtig sei es zu wissen, wer momentan Kunde ist, um den „Wunsch-Neukunden“ zu eruieren. Dieser müsse dann mit spezifischer Werbung angesprochen werden. Anregungen und Ideen lassen sich mit etwas Übung ohne großen Zeitaufwand überall sammeln, sei es die Modezeitschrift im Wartezimmer, die Plakatwerbung an der Bushaltestelle oder der Werbespot in diversen Medien. Bei der Planung und Umsetzung ist dann die eigene Kreativität gefragt, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ob nun ein Lehrpfad am Wanderweg, eine Umgestaltung des Betriebsflyers oder pfiffigen Schmuck in und um den Hofladen, es war für alle etwas dabei und die Begeisterung bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Verkaufstrainings dementsprechend groß. 
 
Best-Practice-Tipps für die einfache Umsetzung:
Aufmerksam machen: große Schilder, Fahnen und Wegweiser Günstige Personalakquise: Kundenansprache oder Flyer auf Verpackungen Schönes Lesezeichen statt Standard-Flyer Story Telling: Geschichte und Gesichter zum Betrieb Kundenbindung durch Jahresrückblick und Neuigkeiten des Betriebs per Jahresbrief Alltagsleben über Präsenz in soziale Medien mit Kunden teilen Verkaufsargumente zurechtlegen: Was macht mein Produkt aus? Über besondere Produkte informieren, z.B. Plakate, Kombipakete, Rezeptvorschläge Wertevermittlung, z.B. Nachhaltigkeit mit Mehrwegtasche mit Logo Einkauf / Besuch als Erlebnis: Hofführungen oder kleinere Events Feedback von Kunden einfordern Kostproben mitgeben oder im Laden probieren lassen Vermarktungskooperationen mit z.B. Bau- oder Gartenmärkten starten
 
Weitere Veranstaltungen für Direktvermarkter-/innen:
Der Fachtag Direktvermarktung unter dem Motto „Land unter oder alles im Griff? Betrieb. Arbeit. Leben.“ findet am 10. März 2020 in Oberderdingen-Flehingen und am 24. März 2020 in Kupferzell statt. Wer Mitarbeiter/-innen beschäftigt, hat die Chance der eigenen Entlastung im Alltagsgeschäft, wechselt aber seine Rolle vom Mädchen für alles zur Betriebsleitung mit Managementfunktionen. Es sollen verschiedene Seiten beleuchtet und diskutiert werden.
Weitere Informationen zum Fachtag sind für Flehingen unter Landwirtschaft@landratsamt-karlsruhe.de bzw. Tel.: 0721 936 88630 und für Kupferzell unter landwirtschaftsamt@hohenlohekreis.de bzw. Tel. 07940 18-601 erhältlich.
 
 
Bildtext: Die Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter in Kupferzell und Bruchsal können auf ein erfolgreiches Seminar mit vielen neuen Vermarktungsideen zurückblicken.

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