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Dreck lässt sich nicht desinfizieren

Datum: 18.04.2019

Biosicherheit ist Grundlage für Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest

Die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter im Hohenlohekreis veranstaltete zusammen mit dem Landratsamt Hohenlohekreis, Landwirtschaftsamt, und dem Beratungsdienst Schweinehaltung Baden-Württemberg, eine Tagesveranstaltung zum Thema Hygiene im Schweinestall.
Die näher rückende Bedrohung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wurde zum Anlass genommen, darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig ein gutes Konzept für die eigene Betriebshygiene ist. Dies ist nicht nur der beste Schutz gegen die ASP, sondern auch gegen allgegenwärtige Bedrohungen wie z.B. Salmonellen, PRRS-Virus oder APP-Bakterium.
Dr. Ralf Igelbrink vom Schweingesundheitsdienst Baden-Württemberg referierte über die Schweinehaltungshygieneverordnung. Je nach Betriebsgröße ist man verpflichtet verschiedene Maßnahmen zur Sicherung zu ergreifen. Neben der Einzäunung als Schutz vor ungebetenen Gästen von außen, liegt das größte Augenmerk auf der Hygieneschleuse beim Betreten der Stallungen. Ganz wichtig ist hierbei die strenge Trennung in einen Schwarz-Weiß-Bereich und ein Handwaschbecken in beiden Bereichen. Für betriebsfremde Personen wie Tierarzt oder Berater sollten Schuhe und Kleidung zur Verfügung gestellt werden.
Laut Dr. Igelbrink ist ein großes Problem in der Praxis, dass sich die täglichen Wege im Schweinestall mit den Wegen der Kadaverentsorgung kreuzen. Hierzu zählt auch das Vermeiden von Kreuzungen der täglichen Arbeit oder von Tiertransporten mit dem Abholstandort der Tierkörperbeseitigungsanstalt.
Julia Schmautz von der Firma Desintec informierte über Grundlagen der Stallreinigung und Desinfektion. „Dreck lässt sich nicht desinfizieren. Ohne gründliche Reinigung macht das alles keinen Sinn“, so Schmautz. Weiter zeigte sie auf, wie eine wirksame Schädlings- und Schadnagerbekämpfung auszusehen hat. Ratten und Mäuse sorgen für Schäden in Stall und Lager und stellen ein großes Risiko bei der Übertragung von Krankheiten dar. Eine Bekämpfung sollte mit einem durchdachten Konzept erfolgen.
 
Beide Referenten zeigten anschließend auf dem Schweinebetrieb Markus Wilhelm in Hohenrot, wie die vorgestellten Maßnahmen praktikabel umgesetzt werden können.
 
Bildüberschrift: Landwirte machen sich auf dem Betrieb von Markus Wilhelm (links) in Hohenrot ein Bild, wie sich Hygiene im Alltag leben lässt.

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